Die 'Grüne Verbindung'
Engineering

Die 'Grüne Verbindung'

Die „Groene Verbinding“ (Grüne Verbindung) ist eine Fußgänger- und Radfahrerbrücke, die den Süden Rotterdams mit den Grünflächen außerhalb der Stadt verbindet. Die Brücke ist fast 200 Meter lang, wiegt rund 600 Tonnen und führt über die Betuwe-Bahnlinie und die Verkehrsader A15. Das Transportieren und Heben der einzigartig gestalteten Brücke stellte eine besondere Herausforderung dar.

Austüfteln der Transportoptionen

Die Gemeinde Rotterdam hatte ursprünglich den Plan, die Brücke in Rotterdam zwischen den Fahrstreifen der A15 in der Nähe der Brückenfundamente vorzufertigen. Die Produktionsbedingungen wären hier allerdings nicht optimal gewesen. Daher wurde beschlossen, die Brücke in der Fabrikhalle des Brückenbauers in Vlissingen zu bauen. Die Frage war nur, ob es möglich sein würde, die Brücke in einem Stück nach Rotterdam zu befördern.


Die Ingenieure von Wagenborg Engineering wurden gebeten, eine mögliche Route zu ermitteln.  Sie fanden heraus, dass dies nicht möglich sein würde, dass allerdings der Transport von zwei Teilen von jeweils 100 Metern technisch machbar sei.

Ingenieure Wagenborg Engineering
Ro-ro mit SPMT

Transportkonzept in Kurzfassung

Der Plan bestand darin, die zwei Brückenteile in Vlissingen im Wege einer Roll-on-Operation auf einen Ponton zu laden, sie über Binnengewässer zum Prinses Margriethafen in Rotterdam zu befördern, die Brückenteile dort auf Trailer zu laden und sie im Straßenverkehr zu ihrem Zielort an der A15 zu transportieren.

220 Meter und sieben Überspannungen

Obwohl die zurückzulegende Strecke vom Löschstandort im Rotterdamer Hafen bis zum Brückenstandort an der A15 nur 3 km betrug, stellte dieser Transport die größte Herausforderung des gesamten Projekts dar. Mehrere Viadukte mussten überquert werden, und nahezu das gesamte Straßenmobiliar, darin inbegriffen auch Schilderbrücken über der A15, musste entfernt werden.


Und würden die Viadukte dem enormen Gewicht dieses Schwerlasttransports überhaupt standhalten? Wie etwa der Reewegviadukt mit einer Länge von 220 Metern und sieben Überspannungen? Futter für die Ingenieure von Wagenborg Nedlift. Mehrere Transportkonfigurationen für SPMTs und konventionelle Achsen wurden betrachtet, berechnet und abgewogen.

Transport Engineering
Transport mit Modultrailer

Optimales Transportkonzept

Die optimale Transportkonfiguration umfasste zwei Dollys mit je 16 konventionellen Achsen in einer einzigen Konfiguration. Das Rijkswaterstaat (Amt für Wasserwirtschaft) gab für diese Transportkonfiguration grünes Licht. Ein großer Durchbruch für das Projekt!

Sehen Sie sich hier die Projektbilder an!

Alle Puzzlestücke lagen bereit

Endlich war es so weit. Am 16. August 2013 wurden die Brückenteile in Vlissingen auf einen Ponton geladen. Nach einer zweitägigen Fahrt durch Binnengewässer trafen sie am 19. August am Kai in Rotterdam ein.

Am 22. August wurden die konventionellen Trailer mobilisiert und beide Brücken auf den Trailer geladen und dicht am Ausgang des Hafenterminals abgeladen. Um 23:00 Uhr waren die Straßen einschließlich der A15 für den übrigen Verkehr gesperrt und wurde der ersten Transportkombination die Fahrerlaubnis erteilt. Alle Verkehrsschilder, Laternen und eine Schilderbrücke waren bereits zuvor entfernt worden.  Durch die umfangreichen Vorbereitungen und das Geschick der Trailerfahrer von Wagenborg Nedlift kamen beide Brückenteile wenige Stunden später an ihrem Zielort an. Es war ein beeindruckendes Bild: zwei Brücken mit einer Länge von knapp 100 Metern, einer Breite von 12 Metern und einer Höhe von 10 Metern fuhren einsam und verlassen auf der A15.

Umschlag mit Schwimmkran
Raupenkran und Mobilkrane

Am Zielort wurden beide Brücken auf Supports abgesetzt. In der folgenden Nacht kamen die SPMTs wieder zum Einsatz, um den ersten (südlichen) Brückenteil bis unter den Kranhaken zu transportieren. Auf der einen Seite der Brücke wurden zwei mobile 500-Tonnen-Kräne eingesetzt, auf der anderen Seite kam ein CC2500 Raupenkran mit Superliftballast zum Einsatz.

Die dritte Nacht wurde genutzt, um den nördlichen Teil der Brücke zu installieren. Der Raupenkran blieb zur Unterstützung noch zwischen den Fahrbahnen stehen. Auf der anderen Seite der A15 wurden die mobilen Kräne wieder aufgebaut. Nachdem ProRail bestätigt hatte, dass das Gleis frei war, wurde auch der nördliche Teil absolviert.

Einige Monate später waren beide Brückenteile miteinander verbunden und wurde die vorübergehende Mittelstütze entfernt, wodurch eine Überspannung von 200 Metern entstand.

Transport und Hebearbeiten 'Grüne Verbindung'

Ausgezeichnet mit dem ESTA Award!

Der außergewöhnliche Transport der Brückenteile für „De Groene Verbinding“ wurde mit einem ESTA Award ausgezeichnet. ​Die ESTA ist die Europäische Branchenvereinigung für den Sektor Schwerlasttransport, Hebearbeiten und Kranvermietung. Sie vertritt die nationalen Branchenvereinigungen im Fachbereich. Jedes Jahr werden die ESTA Awards für Projekte vergeben, die hinsichtlich technischer Raffinesse, Innovation oder Sicherheit herausragend sind. ​

www.estaeurope.eu

Über die Grüne Verbindung

Die Grüne Verbindung, in den Niederlanden auch als „Netkous“ bezeichnet, ist eine Fußgänger- und Radfahrerbrücke, die die Stadt Rotterdam mit den grünen Poldern des Gebiets Buijtenland van Rhoon verbindet. Die Brücke über der A15 und der Betuweroute hat eine freie Überspannung von 200 Metern.

 

www.buijtenland-van-rhoon.nl

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